Sonstiges

Zuhause ist´s halt doch am schönsten

Man weiß nicht, was man an der Heimat hat, bis man in die Ferne kommt. Manchmal gibt es aber auch gute Gründe trotz aller Verlockungen zuhause zu bleiben. Selbst für die unerschrockene Pippi Langstrumpf, die sich die Welt bekanntlich so macht, wie sie ihr gefällt. Sie will mit ihrem Vater, dem König einer Südseeinsel, in See stechen und geht doch wieder von Bord, um bei ihren besten Freunden Tommy und Annika zu bleiben. Und auch im nächsten Buch, in dem die drei gemeinsam nach Taka-Tuka-Land reisen und dort so viel Spaß haben, sind sie am Ende wieder zurück im heimischen Schweden. Auch ein Leben als Königstochter in der Südsee ist für Pippi nicht Grund genug, die Villa Kunterbunt zu verlassen. Und irgendwie ist das ja auch nachvollziehbar. Sogar wenn man kein Äffchen und kein Pferd hat.

Heimat ist der Anker in der globalisierten Welt

In unserer kosmopolitischen Postmoderne soll jeder gefühlt irgendwo und nirgendwo zuhause sein. Und bestimmt gibt es Menschen, die sich in der Flughafen-Lounge oder im Zugabteil heimisch fühlen oder eben dort, wo sie gerade sind. Die Mehrheit ist das aber nicht. Sie sehnt sich in einer zunehmend komplizierter und schwer zu überschauender Welt nach Orientierung. Das Rad der Globalisierung lässt sich wohl nicht mehr zurück drehen. Zukunftsforscher haben daher für den Zusammenhang des immer komplexer werdenden Erdballs und der Sehnsucht nach dem Rückzug in einen kleinen, überschaubaren Mikrokosmos auch schon einen Namen gefunden: die Glokalisierung. Es ist der Versuch etwas scheinbar Unvereinbares zusammen zu bekommen, Globales und Lokales.

Dass der Globus kleiner geworden ist und so manche ferne Länder uns inzwischen recht nahe erscheinen, hat ja auch sein Gutes. Auf der anderen Seite hat die Globalisierung inzwischen auch einige Schattenseiten offenbart, die die Menschen so verunsichert haben, dass sie ihr Seelenheil gerne wieder in der Welt der Traditionen suchen. Internationalisierung, Mobilität und Flexibilität werden heute gelebt und in vielen Bereichen auch eingefordert. Daher lässt sich Heimat nicht mehr unbedingt an einem realen geographischen Ort festmachen. Heute kann man in Beziehungen, Familien oder bei Freunden sein Zuhause finden. Zufriedenheit und Wohlgefühl stellt sich bei vielen Menschen aber auch bei bestimmten vertrauten Bildern, Gerüchen oder Geschmäckern ein.

Heimatgefühl kann sich an vielen Dingen festmachen

Überhaupt scheint Kulinarik ganz entscheidend identitätsstiftend zu wirken. Essen und Trinken hält schließlich Leib und Seele zusammen. Der Sänger und Songwriter Marc Forster zog vor gut zehn Jahren ins hippe Berlin und sagte seinem rheinland-pfälzischen Heimatort Winnweiler damit „Au Revoir“, was dann der Titel seines großen Durchbruchs wurde. Und doch vermisst er etwas, und zwar das Brot von früher. „Samstags frisch geholt mit Butter drauf.“ Das deutsche Brot vermisst nach eigenen Aussagen auch der momentane Wahl-Engländer Jürgen Klopp, der in Liverpool bestimmt auf phantastische Weise seinen Horizont erweitert, sich aber rein lukullisch in Mainz sicher besser gefühlt hat. Und wenn wir ehrlich sind, kennen wir doch alle das Gefühl, etwa wenn wir nach einem Urlaub in Italien heimkehren. Die italienische Küche ist unbestritten wirklich vorzüglich – aber ein richtiges „Laugeweckle“, das kann der Italiener einfach nicht.

Manche genießen diesbezüglich sogar die Heimat im Urlaub. Wer am Strand von Palma de Mallorca liegt, kann sich später auf eine gutbürgerliche Portion im „Schnitzelhaus“ freuen und dann im „Deutschen Eck“ ein Bier, gebraut nach dem deutschen Reinheitsgebot, trinken. Sonne, Sand und Meer sind schließlich gut und schön, die Spanier auch nette Menschen, aber gegessen wird wie daheim.

Von hier aus der Region

Die richtigen Highlights gibt´s dann allerdings doch deheem bzw. dehoim. Und da können sich die Leute noch so streiten, etwa ob der Spargel aus Nordbaden besser ist als der aus „de Palz“, entscheidend ist: Er ist von hier, er ist unser und er schmeckt uns hier. Ein schön fruchtiger Pfälzer Riesling oder ein sonnenverwöhnter badischer Grauburgunder dazu und wir sind zuhause im siebten Himmel. So schmeckt Heimat, darauf können wir uns immer verständigen.

Und apropos Wein und verständigen. Schon viele Dichter und Denker haben verzweifelt versucht, einen Heimatbegriff zu definieren. Und sind doch nie auf einen einheitlichen grünen Zweig gekommen. Dabei gibt es doch manchmal verblüffend einfache Ansätze. Bastian Schweinsteiger ist als Weltmeister bekannt, aber nicht eben als Weisheitslehrer. Als er einst seinen Kontrakt mit Bayern München trotz Angeboten von internationalen Vereinen verlängerte, hörte er auf sein Herz und brachte sein Heimatgefühl simpel auf den Punkt: „Ich kenne die Angestellten und weiß, wo die Toiletten sind.“ Inzwischen hat er in der Premier League auf der Insel angeheuert. Er wird auch dort einige Leute kennengelernt und ein stilles Örtchen gefunden haben. Aber zumindest fußballerisch ist er noch nicht so ganz in Manchester angekommen. Marc Forster ist nun auch nicht unbedingt Philosoph, auch wenn sein aktuelles Album „Bauch und Kopf“ heißt. Aber er hat noch immer eine gewisse Verbundenheit zu seiner Heimat und sich auch mal an einer Definition versucht. Obwohl er nun schon so lange in der Bundeshauptstadt wohnt, braucht er zuhause in der Pfalz weniger Worte, um sich auszudrücken, sagt er: „Ich raff die Leute einfach und sie mich auch. Vielleicht steht das für Heimat.“ Das ist zweifellos etwas salopp ausgedrückt und vielleicht eher Berliner Slang statt Pfälzer Spracheigentümlichkeit, aber es trifft vielleicht doch den Kern. Der Karlsruher Mundart-Dichter Harald Hurst hat eine ähnliche Auslegung, wenn auch etwas krasser: „Heimat isch dort, wo aim d’Leut so gut verschteh’n, dass mer manchmol scho beim Schwätze merkt, s’wär besser g’wese, mer hätt’s Maul g’halte.“

Schwätze mit de Leut

„Mittenanner schwätze“, oder anders ausgedrückt die gemeinsame Kommunikationslinie, trägt also offensichtlich auch ganz entscheidend zu Vertrautheit und regionaler Identität bei – verstehen und verstanden werden. Das ist schon nachvollziehbar. Wer an der deutsch-französischen Grenze aufgewachsen ist, für den ist es doch eher befremdlich, wenn er am Marktstand Kardoffle oder Grumbeere kaufen will und zur Mittagszeit mit „MoinMoin“ begrüßt wird. Viel schöner ist es doch sich in einer gemeinsamen Sprache zu unterhalten, über die Eigenheiten der Nachbarn, über die Neuigkeiten aus der Region und über die Welt da draußen, womit wir wieder bei der Globalisierung wären. Dialekt ist eben Herzenssprache und erzeugt Nähe und Verbundenheit. Und wer bei diesem Schwatz etwas ganz Außergewöhnliches zu erzählen hat, der weiß dann auch das hier verbreitete Paradoxon „Komm, geh fort“ richtig zu deuten. So ist das mit dem Gefühl zuhause zu sein. Nicht wo du die Bäume kennst, wo die Bäume dich kennen, ist deine Heimat.

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