Bauen & Wohnen

Wohneigentum so erschwinglich wie seit 25 Jahren nicht­

Die eigene Immobilie ist heute so erschwinglich wie noch nie in den vergangenen 25 Jahren. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie des Forschungsinstituts Empirica im Auftrag der Bausparkasse Schwäbisch Hall. Der Hauptgrund für diese günstige Entwicklung sind die niedrigen Zinsen, die in dieser Betrachtung die gestiegenen Kaufpreise deutlich wettmachen. So haben sich die Aufwände für Zins und Tilgung zwischen 1991 und 2015 mehr als halbiert. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass in diesem Zeitraum trotz vielerorts stark gestiegener Immobilienpreise die Kreditbelastung in allen betrachteten Städten deutlich gesunken ist – im Bundesdurchschnitt beträgt der Rückgang 62 Prozent. 1991 lag der jährliche Zins- und Tilgungsaufwand noch bei rund zehn Prozent der ­Darlehenssumme – inzwischen hat
er sich mehr als halbiert und beträgt ­etwa 4,5 Prozent.

 

Anders als die Kreditbelastung ist die Mietbelastung im Bundesdurchschnitt weitgehend stabil geblieben, obwohl die Mietkosten im Untersuchungszeitraum um 54 Prozent gestiegen sind. Allerdings haben sich die Nettoeinkommen mit einer Steigerung von 56 Prozent nahezu parallel entwickelt und gleichen die gestiegenen Mieten somit aus.

Vielerorts ist Kaufen günstiger als Mieten

Bei Eigentumswohnungen liegt die Kreditbelastung im Bundesdurchschnitt mittlerweile unter der Mietbelastung. Das heißt, für einen Haushalt mit mittlerem Einkommen ist es in den meisten Städten günstiger, eine Eigentumswohnung zu kaufen als zur Miete zu wohnen. Bei Eigenheimen dagegen ist die Kreditbelas­tung trotz des deutlichen Rückgangs noch höher als die Mietbelastung. „Die teilweise stark gestiegenen Immobilienpreise vermitteln den Eindruck, dass es in der Vergangenheit günstiger war, eine Immobilie zu erwerben als heute. Die Studie belegt: das Gegenteil ist der Fall – zumindest für Durchschnittsverdiener“, sagt Reiner Braun, Vorstandsmitglied der Empirica AG (Berlin).

Trotz der günstigen Rahmenbedingungen liegt Deutschland bei der Wohneigentumsquote im europäischen Vergleich aber seit Jahren auf den hinteren Plätzen. Besonders junge Familien haben es mangels Eigenkapital hierzulande oft nicht gerade leicht. Hinzu kommen hohe Kaufnebenkosten, wie die Maklercourtage, die Notar- und Grundbuchgebühren und die Grunderwerbsteuer. Zusammen machen die Nebenkosten rund 10 bis 15 Prozent der Gesamtkosten aus.

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