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Interview mit Martin Wacker

Er ist Kabarettist, Schauspieler, Moderator und Journalist – doch in erster Linie ist er Karlsruher: Martin Wacker. Als Geschäftsführer der KME Karlsruhe Marketing und Event GmbH ist Wacker vor allen Dingen für „Das Fest“ und die Schlosslichtspiele in der Fächerstadt verantwortlich. An einem sonnigen Tag durften wir ihn besuchen, um mit ihm über Karlsruhe, Baden und die Region zu sprechen.

PSD: Herr Wacker, was bedeutet Heimat genau für Sie?

Wacker: Heimat ist für mich da, wo man sich zu Hause fühlt, eingebettet von angenehmen Dingen. Bestimmte Gerüche, Speisen, Getränke und die Natur spielen hier ebenso eine wichtige Rolle wie das Gefühl, sich über Verbindungen zu anderen Menschen geborgen zu fühlen. Es ist für mich aber auch ein Ort, an dem man in Frieden leben kann, was wir besonders in der heutigen Zeit nicht hoch genug schätzen können.

PSD: Was macht Karlsruhe für Sie so besonders?

Wacker: Für die Größe dieser Stadt haben wir ein herausragendes Kulturangebot. Es gibt ein Staatstheater, eine staatliche Kunsthalle und ein Landesmuseum. Dazu kommt noch das weltweit einzigartige ZKM. Wir haben also diese hochkulturellen Einrichtungen, aber eben auch viele kleine Kulturinstitutionen, die sich über viel Kreativität und Engagement einen Namen gemacht haben. Ich glaube, dieses Angebot ist mit ein Grund, warum so viele Menschen nach Karlsruhe kommen.

PSD: Haben Sie einen Lieblingsplatz in Karlsruhe?

Wacker: Das Schloss und der Schlosspark sind natürlich Plätze, die einmalig sind und die wir mit den Schlosslichtspielen inszenieren. Ich bin auch sehr gerne in Durlach unterwegs, wo wir auf dem Saumarkt oder vor der Karlsburg schöne kleine Stadtplätze haben. Mein absoluter Lieblingsplatz ist aber natürlich der „Mount Klotz“ in der Günther-Klotz-Anlage, wo wir jedes Jahr mit „Das Fest“ das schönste Musikfestival veranstalten.

PSD: Für was steht „Das Fest“?

Wacker: Wie bei unseren Kunden pflegen wir natürlich auch zu unseren Mitarbeitern einen guten Kontakt. Das ist in unserem Fall tatsächlich sehr gut möglich, da wir eine überschaubare Anzahl an Mitarbeitern haben. Wir gehen, wenn möglich, auf jeden einzelnen Mitarbeiter zu und versuchen mit ihm in den Dialog zu kommen. Unsere Türen im Vorstandsbereich stehen immer offen für die Mitarbeiter. Das macht es natürlich sehr persönlich und wir bekommen von neuen Mitarbeitern oft das positive Feedback, dass sie diese Atmosphäre eigentlich so nicht gewohnt sind.

PSD: Welche Rolle spielt unsere Region für die PSD Bank, aber auch für Sie selbst?

Wacker: Am „Mount Klotz“ trifft sich die gesamte Stadtgesellschaft. Früher kamen hier noch 5.000 Menschen zusammen, heute sind es 300.000 – mehr passen auch nicht mehr hin. Das faszinierende am Fest ist, dass es nicht nur ein Musik-Open-Air ist. Es ist ein großes Kulturfestival aller Formen von Kunst und Kultur. Das reicht von Graffiti über Akrobatik bis zu den nationalen und internationalen Top-Acts. An drei Tagen im Jahr zeigt die Stadt hier, was sie drauf hat und feiert zusammen.

PSD: Haben Sie ein Lieblingswort im Badischen?

Wacker: Da habe ich sogar viele. Manche würden ja zum Beispiel „Das Fest“ so beschreiben, dass es tolle Künstler, eine schöne Bühne und leckeres, kühles Bier gibt. Bei uns heißt es da einfach „Kannsch nix sage“. Das beschreibt glaube ich das Lebensgefühl hier. Ich finde das wunderbar, dass man nicht immer alles laut nach Außen posaunen muss, sondern ein Stück weit etwas Demut hat. Wir leben im vielleicht schönsten Landstrich Deutschlands und feiern das einfach ab und zu – auch ich. Diese Geselligkeit finde ich hier wunderschön, genauso wie den pfälzischen und französischen Einfluss.

PSD: Sie sind auch in der Theaterszene sehr aktiv. Welche Rolle spielen Sie dort?

Wacker: Da spiele ich tatsächlich immer wieder gerne eine Rolle. Schon während meiner Schulzeit habe ich begonnen Theater zu spielen. Seit 1987 bis heute hatte ich sicherlich etwa zweieinhalb bis dreitausend Bühnenauftritte. Das war im Sandkorn-Theater, aber auch über eine eigene Kabarettgruppe mit Erik Rastetter und Engagements an anderen Häusern.

PSD: Was begeistert Sie ansonsten noch?

Wacker: Eine weitere Leidenschaft von mir hat an einem regnerischen Freitagabend im Oktober 1980 begonnen. Da habe ich mein erstes Fußballspiel im Wildparkstadion gesehen, als der KSC gegen Arminia Bielefeld gespielt und auch gewonnen hat. Das Spiel war legendär, weil der Schiedsrichter den Ball an den Kopf bekommen hat und ohnmächtig wurde. Seit diesem Tag habe ich nur fünf Heimspiele verpasst – ob als Fan, Reporter oder seit fast 19 Jahren als Stadionsprecher. Aus meiner Karlsruher Historie heraus ist es für mich selbstverständlich, dem KSC die Treue zu halten. Liebe kennt keine Liga, dazu stehe ich auch.

 

 

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